Hallo

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Radelnd die Welt erkunden

10. Februar 2010

Ayutthaya nach Sukothai

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Sawadii Krap

Fünf Tage war ich von Ayutthaya nach Sukothai unterwegs. Die Tour führte mich vorwiegend durchs ländliche Thailand, vorbei an sattgrünen, leuchtenden Reisfeldern und durch kleinere Ortschaften, wo ich mich jeweils problemlos verpflegen konnte. Die Nächte verbrachte ich in Städten, wo ich in einfachen sauberen Hotels für wenig Geld ein Zimmer mit Bad erstand.
Diese fünf Tage haben sich geglichen wie ein Reiskorn dem anderen. Am Vormittag bin ich Rad gefahren, gegen Mittag gab’s irgendwo am Strassenrand eine Portion gebratenen Reis mit etwas Gemüse, dann bin ich meist noch ein Stückchen weitergefahren und gegen 14 Uhr habe ich schliesslich einen Ort zum Übernachten angesteuert. So plätscherten die Tage gemächlich dahin wie der Mekong auf seinem Weg zum Meer. Der Puls des Lebens schlägt hier ist um einiges ruhiger und gemütlicher als in unseren Breitengraden. Und auch ich bin in diesem Rhythmus hängen geblieben, wie eine Fliege im Spinnennetz. Zappeln zwecklos, man ermattet nur.

Das Terrain war flach wie eine CD, was einerseits angenehm für den Einstieg war, auf der anderen Seite aber kaum Möglichkeiten bot, beim Velofahren auch mal die Sitzposition zu verändern. Und das war eigentlich mein einziges Problem in diesen ersten Tagen. Flach heisst nämlich, dass man als Radfahrer ständig auf dem Sattel klebt wie ein Magnet am Kühlschrank. Und das ist nicht immer so toll. Denn dadurch entstehen Druckstellen und Rötungen, weil es da zwischen Körper und Sattel reibt, weil da keine Luft mehr zirkulieren kann und weil da ein Vakuum herrscht wie in einem Staubsaugerbeutel. Bei den hohen Temperaturen, die hier durch den Tag säuseln, ist das nicht so praktisch. Spätestens nach einer Stunde hat man das Gefühl, nackt auf einem glühenden Eisen zu sitzen und es tut einfach nur noch weh. Von da an ist man geneigt, mit seinem Sitzfleisch auf alle erdenklichen Arten Salsa zu tanzen.

Da muss man einfach durch. Ob man es glaubt oder nicht, aber man gewöhnt sich daran.

Sonst habe ich rein gar nichts zu beklagen. Mir geht es blendend! Ich bin am Geniessen!

Gestern habe ich in einem Fernseher Bilder aus Europa gesehen. Ui, ui, ui! Bilder von tiefstem Winter, Szenen von weissem Chaos, von einer Invasion der weichen Flocken.! Oh nein, dann doch lieber einen geröteten Po! Bin ich froh, bin ich da wo ich bin!

Ich hänge diesem Bericht ein paar Hitzewellen an, vielleicht hilft es ja, euch ein bisschen Wärme um die Ohren zu fächeln.

In diesem Sinne grüsse ich euch heiss und schwitzend.

Mich

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